Im Gespräch in seiner Höchster Praxis: Geistheiler Christos Drossinakis (71). Foto: Maik Reuß
"Er heilt mit Geist und Händen"
Von Jana KötterSeit 40 Jahren praktiziert Christos Drossinakis in seiner Höchster Klinik.
Sucht man bei Google nach einem „Geistheiler“, so führt die Spur nach Höchst - in die Praxis von Christos Drossinakis.
Höchst.
Sanft legt Christos Drossinakis seine Hand auf die Brust der jungen Frau (Lara Weigmann, 37). Sie atmet ruhig, spürt seine Wärme. Im Hintergrund läuft sanfte Musik, ein kleiner Springbrunnen plätschert vor sich hin. Drossinakis schließt seine Augen und konzentriert sich.
„Krankheit oder Schmerz ist immer ein Energiedefizit“, erklärt er seine Sicht, die mit schulmedizinischen Erklärungen nicht immer im Einklang steht. „Das heißt, es muss Energie zugeführt werden, um dieses Defizit auszugleichen - und so den Heilungsprozess anzustoßen.“
Weltweites Phänomen
Als „Heiler“ möchte sich Drossinakis selber jedoch nicht bezeichnen. Er sieht sich selbst nicht als Mediziner, spricht daher auch nicht von „Patienten“. Die Menschen, die zu ihm kommen, sind für ihn „Individuen mit einem Energiedefizit“. Und trotzdem - wer bei Google „Geistheiler“ eingibt, wird sofort auf Christos Drossinakis verwiesen. Seit 40 Jahren betreibt er seine Praxis in Höchst und gilt heute als Phänomen in parapsychologischen Kreisen.
Viele der Menschen, die zu Drossinakis kommen, sind schlimm erkrankt. Sie haben Depressionen, starke Schmerzen, Krebs - einige im Endstadium. „Für Schwerkranke, denen Ärzte nicht mehr helfen können“, erklärt Drossinakis, „ist geistiges Heilen eine großartige Chance - aber nur, wenn sie einen wirklich fähigen Heiler finden.“
Als genau das sieht Drossinakis sich und seine Fähigkeiten. „Es kamen schon Menschen, denen der Arzt noch zwei Monate gegeben hat, und zwei Jahre später lebten sie immer noch“, erinnert er sich. „Eine andere Frau hatte sieben Jahre lang Gürtelrose - bis sie zu mir kam.“ „Hier in der Praxis passieren faszinierende Sachen“, bestätigt Weigmann bewundernd. Sie hat Drossinakis vor vier Jahren kennengelernt, als sie bei ihm ihre Ausbildung zur Heilerin begonnen hat. „Ich habe nur zufällig von ihm erfahren.“ Heute arbeitet Weigmann als Drossinakis Assistentin. Und lässt sich, wenn sie Beschwerden hat, noch immer von ihm behandeln. 75 Euro kostet eine Sitzung.
Wie seine Kräfte wirken, kann Drossinakis nicht erklären. „Es gibt so viele Vorgänge, die wissenschaftlich noch nicht erklärt sind“, sagt er. „Was heißt Psyche, was ist der Geist? Was heißt überhaupt Heilung?“ Weil ihn diese Fragen selber interessieren, arbeite er seit Jahrzehnten mit Universitäten in verschiedenen Forschungsprojekten zusammen. Auch Kritikern begegnet er dabei offen: „Ich stelle mich jeder Herausforderung, wenn mir jemand nicht glaubt und ich an einem Experiment teilnehmen soll.“
Für den 71-Jährigen steht dabei fest, dass er heilende Kräfte besitzt - auch ohne Erklärung. „Mein Großvater Janis Halvatzis war ein großer Heiler. Er hat mir seine Kräfte weitergegeben.“ Sein erstes Erlebnis als Heiler hatte er mit vier Jahren: „Da habe ich meiner Tante, die Schmerzen hatte, die Hand aufs Knie gelegt - und sie konnte wieder in die Luft springen.“
Juristischer Meilenstein
Heute schreiben ihm seine Klienten für die Hilfe Dankesbriefe. „Sie kommen oft wieder“, erklärt er. Als rund 50 der dankenden Zeilen in seiner Wohnung gefunden wurden, machte dies das Gesundheitsamt stutzig. 1997 wurde er erstmals wegen des „Verstoßes gegen das Heilpraktikergesetz“ angeklagt (wir berichteten). „Ich wollte schon alles hinschmeißen“, erinnert sich Drossinakis heute an seinen „Tiefpunkt“ Doch dann sprach ihn der Bundesgerichtshof frei. „Ein Meilenstein in der juristischen Geschichte“, betont Weigmann. Die Begründung: Drossinakis führe keine medizinischen Behandlungen durch.„Ich würde nie einen medizinischen Rat geben oder gar davon abraten, zu einem Arzt zu gehen“, betont Drossinakis. „Ich habe Hochachtung vor der Medizin und den Fortschritten, die in den vergangenen Jahren gemacht wurden.“ Vor allem in einem Punkt gibt er den „traditionellen“ Kollegen Recht: Auch der Patient muss mithelfen. „Natürlich kann ich niemandem helfen, der meine Praxis verlässt und fünf Schachteln Zigaretten am Tag raucht“, erklärt er mit einem Lachen. „Aus medizinischer Sicht kann zwar jede Krankheit geheilt werden“, zitiert er ein medizinisches Sprichwort. „Nicht jedoch jeder Kranke.“
Artikel vom 17.04.2013, 04:03 Uhr (letzte Änderung 18.04.2013, 22:51 Uhr)
Quelle: www.fnp.de
Vom Heiler lernen
Um „sein einzigartiges Können und Wissen weiterzugeben“, hat sich Christos Drossinakis 2006 dazu entschieden, die Internationale Akademie für Wissenschaftliche Geistheilung (IAWG) zu gründen. Dort kann „fast jeder“ lernen, zu heilen.„Natürlich muss man dafür jedoch ein sensibler Mensch sein.“
In einer einjährigen, berufsbegleitenden Ausbildung können Teilnehmer der Akademie den Titel „Geprüfter Heiler IAWG“ erlangen. Acht Treffen finden in Höchst statt, außerdem ist eine Seminarwoche in Griechenland enthalten. „Auf meiner Heimatinsel Euböa findet eine Intensivtraingswoche statt, zu der auch internationale Professoren kommen“, sagt Drossinakis. Darunter seien Professor Konstantin Korotkov aus St. Petersburg oder Professor Ignat Ignatov, die in parapsychologischen Kreisen bekannte Namen sind. Die Inhalte des Kurses beinhalten unter anderem das Heilen durch Handauflegen, positive Suggestion, das „Verbinden mit Helfern aus der Geistigen Welt“ und „Energetischer Exorzismus: Die Befreiung von niederen Geisteswesen“. Jedes Jahr können etwa 40 Teilnehmer an der Ausbildung teilnehmen. „Wir hatten auch schon Jahre mit 90 Schülern“, sagt Assistentin Lara Weigmann. „Jedoch ist eine kleinere Runde zum Lernen besser.“
Die Kosten für den Lehrgang betragen 2850 Euro, exklusive Reise-, Unterkunfts- und Verpflegungskosten. Nähere Informationen gibt es bei Lara Weigmann unter Telefon (069) 30 41 77 oder per E-Mail an drossinakis-iawg@web.de.
jkö
Artikel vom 17.04.2013, 03:00 Uhr (letzte Änderung 17.04.2013, 02:44 Uhr)
Quelle: www.fnp.de
Letzte Änderung dieser Seite am 10.05.2013, 00:11 Uhr
